Razzia bei “Famous”

Symbolbild

Am vergangenen Freitag, den 26.06.2020, kam es zu einer Durchsuchung des “Famous Tattoo & Lifestyle Store” am Großflecken. Augenzeugenberichten zufolge verschafften sich Spezialeinsatzkräfte der Polizei Zutritt zum Gebäude und führten auch Spürhunde mit sich. Daraufhin war der Laden entgegen der Öffnungszeiten nachmittags verschlossen, in der Immobilie herrschte Unordnung. Gerüchten zufolge soll das Wohnhaus von “Famous”-Geschäftsführer Matthias Stutz ebenfalls durchsucht worden sein.

Das LKA bestätigte die Durchsuchung des Tattoo-Studios, wollte zu den Hintergründen aber keine Details nennen. Ebenso wenig bestätigten sie einen Zusammenhang mit bundesweiten Durchsuchungen im Rahmen der Ermittlungen gegen “crimenetwork.co”, laut LKA einem “Marktplatz für den An- und Verkauf von Betäubungsmitteln, aber auch […] Ausgangspunkt für den Handel mit illegalen Waren und Dienstleistungen”, die in zeitlicher Nähe stattfanden.

Möglich ist auch ein anderer Hintergrund: Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelte zuletzt gegen Peter Borchert und andere Nazirocker aus Neumünster, die zum “Famous”-Umfeld gehören, “wegen des Verdachts der bandenmäßigen Hehlerei” (https://www.shz.de/25096947).

Die Kampagne “Kein Fame für Famous” fordert bereits seit ihrem Entstehen, den kriminellen Sumpf aus den Läden „Famous“, „Notorious Ink“ und „The Edge“ trockenzulegen, die als Geldwaschanlagen der Rocker gelten.

[Photo: Symbolbild]

Erneute Proteste gegen “Famous”

Ergänzend zum Zeitungsartikel soll erwähnt werden, dass sich vor dem “Famous” einige Nazis sammelten, die nach Beendigung der Kundgebung am 18.05.2020 einige Demonstrierende verfolgten und bedrohten. Zu den “Famous”-Supportern gehörte auch dieser Bus, auf dem neben einem Aufkleber mit einem Pädobär auch ein Hitler-Sticker prangte.

Offener Brief an “Notorious”-Vermieter

Wir haben einen offenen Brief an RAW Quartier Neumünster GmbH bzw. BÖAG Immobilien Verwaltungs GmbH geschrieben, die unseren Informationen zufolge Vermieter der Immobilie Großflecken 31 sind, wo die Tattooläden “Notorious” und “Famous” zu finden sind. “Bitte positionieren Sie sich klar, gerade jetzt nach dem Attentat von Hanau, und
kündigen Sie dieser Keimzelle brauner Gewalt mit Betreibern, deren Auftreten und Verhalten wirklich Anlass zur Sorge und zu Beschwerden gibt.” Das ganze Schreiben findet ihr hier.

“Braunbuch” jetzt auch zum “Notorious”

Während das “Famous” ordentlich Schlagzeilen machte, flog das Tattoostudio “Notorious” am Großflecken bisher größtenteils unterm Radar – was aber auch daran liegt, dass die wahren Hintermänner des Ladens verschleiert werden sollen. Der Link zur Homepage verläuft ins Leere, die anderen Seiten haben kein Impressum, etc. Wir haben aber recherchiert und sind auf alte Bekannte gestoßen: Hinter vorgeschobenen Strohmännern taucht der Name Peter Borchert ebenso wieder auf wie Matthias Stutz. Als stiller Teilhaber ist Berichten zufolge aber noch ein interessantes Pärchen dabei: René Walberg, Präsident der “Bandidos Padborg”, und seine Frau Sandra (online unter dem Pseudonym Kessy Waldmann unterwegs), die den Großteil der Bewerbung des Ladens übernimmt.

Alle Details im Braunbuch Notorious Ink: http://keinfamefuerfamous.noblogs.org/files/2020/03/Braunbuch-Notorious-Ink.pdf

Famous fordert: “Keine Gnade”

Rockerkreise sind hierarchisch gegliedert. Wer für seinen Club riskante und wichtige Straftaten begeht, steigt auf. Den Aufnäher “Expect No Mercy” (also “Erwarte keine Gnade”) erhalten solche Mitglieder, die “für den Club einen Menschen getötet oder eine schwere Verletzung zugefügt” (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Rocker-Begriffen) haben.

Der “Shop Manager” des “Famous”, Matthias Stutz, hatte Berichten zufolge im Dezember in der Holstengalerie einen Ex-Rocker niedergestochen, den er für die Kündigung seines Ladens verantwortlich machte. Im Februar postete er auf Facebook eben diesen Schriftzug “Expect No Mercy”.

Aber nicht nur er, auch die “Bandidos” scheinen stolz auf sein Vorgehen zu sein: In einem Video von einer Party der “Bandidos”-Supporter “North Skulls”, zu denen u.a. “Famous”-Mitarbeiter Marco Stojanovic gehört, sieht man Stutz in Kutte der “Bandidos”. Auf den Patches steht, dass er zum Vizepräsidenten der “Bandidos Padborg” aufgestiegen ist, außerdem erhielt er auch die Auszeichnung des “Keine Gnade”-Aufnähers.

Dass er damit nicht der einzige “Bandido” aus dem “Famous”-Umfeld ist, zeigt ein Instagram-Beitrag des Nazirockers Aleander Hardt. Hardt hatte in den Diskussionen um “Famous” Videos mit Morddrohungen an KritikerInnen verschickt, eben diese Geste hat ihm sein Club für seine Dienste als Geschenk zum 10jährigen Clubjubiläum auf Leinwand gedruckt – natürlich versehen mit dem Schriftzug “Expect No Mercy”. Ein Like hat dafür u.a. die “Famous”-Shop Vertretung Stojanovic dagelassen.

“Schwaleschnack” gegen Faustrecht à la Famous

“haben sich Akteure aus dem umstrittenen Studio durch die handfesten Querelen in aller Öffentlichkeit ohnehin selbst als vertrauensvolle Mieter des Einkaufszentrums disqualifiziert – egal welche Rolle der darin involvierte ‘ehemalige Storemanager’ gespielt haben mag. Rechtschaffene Geschäftsleute lösen ihre Konflikte in der Regel anders. Das Faustrecht hat in der besseren Geschäftswelt nichts zu suchen.”  – Quelle: https://www.shz.de/lokales/holsteinischer-courier/faustrecht-hat-hier-nichts-zu-suchen-id26879927.html, alle Presseartikel zum Thema hier.

Weitere Indizien gegen #Famous aufgetaucht

„An den Vorwürfen ist nichts dran. Wir waren noch nie rechts und das Geschäft ist in keiner Weise mit einem Rockerclub verbunden.“ Das sagte Geschäftsführer Matthias Stutz anlässlich der Proteste im Oktober im shz-Interview – eine offensichtliche Lüge. Dieses Photo zeigt ihn in Kutte im Vereinsheim der “Bandidos”-Supporter “Contras”, gepostet auf deren offizieller Facebook-Seite.

Nerven liegen blank: Famous-Geschäftsführer sticht zu

Nach den Erfolgen der Kampagne “Schöner leben ohne Naziläden” liegen bei dem Tattoostudio “Famous” offenbar die Nerven blank. Wie uns berichtet wurde hat Geschäftsführer Matthias Stutz, dessen Mitgliedschaft beim Rockerclub “Bandidos” wir u.a. im Braunbuch nachgewiesen hatten, am gestrigen 23.12. in der Holstengalerie Menschen angegriffen, die er scheinbar für die Kampagne und auch die Kündigung seines Studios verantwortlich macht. Nach Pöbeleien ging er zu Fußtritten gegen den Kopf über, einer der Geschädigten trug ebenfalls eine Schnittwunde davon. Eine der geschädigten Personen erstattete Anzeige bei der Polizei, die auch einen Streifenwagen zur Spurensicherung in die Holstengalerie schickte. Das Management des Shopping-Centers, das in sozialen Medien u.a. mit dem Vorwurf konfrontiert wurde, dass die Security nicht einschritt und auch niemand die Polizei rief, verwies darauf, dass sie “keinen Einfluss auf das Verhalten von Einzelpersonen” hätten. Für uns ist klar: Das Management hat sehr wohl Einfluss darauf, an wen Geschäfte in der Holstengalerie vermietet werden. Wir sehen unsere Forderung bestätigt: Nazis und kriminelle Rocker raus aus der Holstengalerie!

[Archivbild, kn-online.de]

 

Wieder Bezüge zu Borchert: Recherche zum #Famous-Anwalt

Das “Famous Tattoo & Lifestyle Store” behauptet, nichts mit dem ehemaligen NPD-Landesvorsitzenden Peter Borchert zu tun zu haben und sieht die Kündigung entgegen der Faktenlage als ungerechtfertigt an. Um das gerichtlich durchzusetzen, werden sie von einem Anwalt vertreten, der schon mehrfach als Anwalt ausgerechnet von Borchert aufgetreten ist. Das “Café Alerta” des Freien Radio Neumünster hat recherchiert und noch mehr herausgefunden:

Kündigung für Famous, Räumungsklage läuft

Die Lokalpresse, aber auch die Hamburger Morgenpost und Taz-Journalist und Rechtsextremismus-Experte Andreas Speit berichten, dass der Mietvertrag mit “Famous” gekündigt wurde. Eigentlich war dieser für zehn Jahre abgeschlossen wurden, steht aber bereits nach einem halben Jahr vor dem Aus. “Der Laden wehrt sich gegen den Rausschmiss, eine Räumungsklage läuft”, fasst Speit die aktuelle Situation zusammen. Alle Berichte sind nachzulesen unter http://keinfamefuerfamous.noblogs.org/presse/